Geschichte

Claudio Beretta und João Almeida verfassen unabhängig voneinander ihre Masterarbeit zum Thema Food Waste. Beide wollen wissen, wie viel Food Waste in der Schweiz verursacht wird und was damit passiert. Mit unterschiedlichen Methoden errechnen die beiden übereinstimmende Zahlen.
Diese Ergebnisse wollen sie nicht in der Schublade verschwinden lassen und gründen deshalb den unabhängigen Verein foodwaste.ch, der die Schweizer Bevölkerung für einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln sensibilisieren soll.
Gemeinsam mit dem WWF veröffentlichen wir den Bericht «Lebensmittelverluste in der Schweiz – Ausmass und Handlungsoptionen», der auf den beiden Masterarbeiten basiert. Dieser löst ein grosses Medienecho aus. Daraus ergeben sich Anfragen für Referate und Workshops. Bald werden zudem unsere Infografiken beliebtes Anschauungsmaterial, um über das Thema Food Waste aufzuklären.
Mit «Bern tischt auf» organisieren wir zum ersten Mal ein Festessen aus Überschüssen. Bis 2022 findet «Deine Stadt tischt auf» in 9 Städten statt.
Im Herbst ist an der OLMA zum ersten Mal unsere Wanderausstellung «Aus Liebe zum Essen» zu sehen, die den Besucher:innen auf greifbare und interaktive Weise zeigt, wie sie Food Waste in ihrem eigenen Haushalt verhindern können.
Seit 2016 unterstützt die OGG Bern foodwaste.ch finanziell und partnerschaftlich. Die OGG ist ein gemeinnütziger, steuerbefreiter Verein, der sich seit 1759 (!) für ein ressourcenschonendes und sozialverträgliches Ernährungssystem einsetzt. Im gleichen Jahr veröffentlicht die OGG Bern das Themen-Kochbuch «Restenlos glücklich» zu welchem wir die Infoseiten zu den Food-Waste-Fakten beisteuern dürfen.
Im Herbst findet in Bern zum ersten Mal ein Foodsave-Bankett statt. Ein Organisationsteam, in welchem verschiedene lokale Organisationen – darunter auch foodwaste.ch – vertreten sind, realisiert dieses Festessen aus Überschüssen.
Die OGG Bern übernimmt nun die operative Führung (die Geschäftsstelle) von foodwaste.ch.
Die ersten Kochkurse der «Null-Resten-Küche» finden statt. Damals noch angeboten von der OGG Bern, lernen Interessierte, was sich aus Resten feines Kochen lässt. Zum Beispiel Rezepte aus dem Themen-Kochbuch «Restenlos glücklich». Ein Jahr später folgt der erste Einmachkurs, in dem es unter anderem ums Fermentieren von Gemüse geht. Seit 2019 werden alle Null-Resten-Kochkurse unter der Marke foodwaste.ch angeboten.
Die OGG Bern startet mit dem Projekt Erntenetzwerk: Mit freiwilligen und Gruppen wie Schulklassen werden Felder und Bäume geerntet, die sonst sich selbst überlassen werden. Die Produkte werden an Abnehmer:innen vermittelt, die auf die Verarbeitung solcher Überschüsse spezialisiert sind. Es handelt sich um Früchte und Gemüse mit Schönheitsfehlern oder Abweichungen von den strengen Handelsnormen, solche, die zum falschen Zeitpunkt reif sind und deshalb nicht geerntet oder verarbeitet werden können oder Hochstamm-Produkte, bei denen der Ernteaufwand zu gross wäre. Ein Erfolg des Projekts ist die «Stop Food Waste»-Linie, die der Verarbeiter Narimpex ab 2020 im Sortiment führt.
Das Ernteerlebnis und die direkte Auseinandersetzung mit der Food Waste-Problematik ist besonders für Kinder und Jugendliche eindrücklich und wertvoll, weshalb das Projekt in der Folge von foodwaste.ch unter dem Namen «Foodsaving mit Schulklassen» fortgeführt wird. Aufgrund der anspruchsvollen Organisation und Logistik, die mit einem riesigen Aufwand verbunden ist, entscheiden wir uns 2025 schweren Herzens, keine Ernteeinsätze mehr zu organisieren und stellen zukünftig ein Kit zur Selbstorganisation einer Ernte für Lehrpersonen zur Verfügung.
Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt erscheint der Bericht «Lebensmittelverluste in der Schweiz – Umweltbelastung und Vermeidungspotenzial», an dem Claudio Beretta massgeblich beteiligt ist. Die darin enthaltenen grafischen Visualisierungen entstehen in Zusammenarbeit mit foodwaste.ch.
Die Vereine foodwaste.ch und OGG Bern gründen 2020 die gemeinnützige und steuerbefreite foodwaste.ch AG, um ihre gemeinsamen Ziele zur Verminderung von Lebensmittelverschwendung noch wirksamer erreichen zu können. Die foodwaste.ch AG gehört zu 90 Prozent der OGG Bern und zu 10 Prozent dem Verein foodwaste.ch. Aus Effizienzgründen bestehen der Vereinsvorstand und der Verwaltungsrat aus den gleichen Personen.
Die erste Foodsave-Kitchen-Challenge findet in Bern statt. Die Teilnehmenden leben Ihre Kreativität im Umgang mit Resten aus: Welches Team kocht das leckerste und schönste Dinner aus liegengebliebenen Lebensmitteln?
Die Foodsave-Bankette erobern die Schweiz! Nach erfolgreichen Anlässen in Bern gründen die OGG, die offene kirche bern, HEKS und foodwaste.ch mit Unterstützung der SV Stiftung die Koordinationsstelle für die Foodsave-Bankette. Diese wird von foodwaste.ch geleitet. Im September werden Bankette in Zürich, Chur, Münsingen und Bern durchgeführt. Die Foodsave-Bankette lösen in den Folgejahren nach und nach das Projekt «Deine Stadt tischt auf» ab, da die Festessen aus Überschüssen so breiter und lokaler und damit nachhaltiger verankert werden können.
Im November laden wir gemeinsam mit Tischlein deck dich, der ZHAW und weiteren Partnern zu einer Medienkonferenz: Anlass sind die zwei neuen Leitfäden, die die ZHAW erarbeitet und das BLV publiziert haben. Diese beschreiben, welche Lebensmittel wie lang über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus sicher haltbar sind und dass die Haltbarkeit von Lebensmitteln mit Verbrauchsdatum dank Einfrieren verlängert werden kann. Die Leitfäden bilden damit die wissenschaftliche Basis dafür, dass Lebensmittel in Zukunft nicht nur länger genossen, sondern auch länger verkauft werden können.
Mit zunehmender Resonanz aus der Gesellschaft für das Thema Food Waste wird es für uns wichtiger, die ganze Schweiz zu bespielen. Wir holen uns Verstärkung ins Team und realisieren in diesem Jahr die ersten Aktivitäten in der französischsprachigen Schweiz – unter anderem mehrere Ausstellungsauftritte und das erste Banquet-Foodsave Gland. Die Westschweizer Medien berichten bald über unsere Aktivitäten.
Dank der Unterstützung durch den Kanton Luzern können wir im Frühling die breite Bevölkerung über die Unterschiede von MHD und VD und den korrekten Umgang damit sensibilisieren: In der neuen Ausstellung «Mindestens haltbar bis – kein Grund zum Wegwerfen», die zum ersten Mal an der LUGA auftritt, können die Besucher:innen bei einer Degustation ihre Sinne testen. Die Ausstellung ist mit unserem Online-Angebot «Check die Haltbarkeit!» verbunden, das zeitgleich live geht: die Besucher:innen können online die Haltbarkeit der ausgestellten Lebensmittel prüfen.
Wir starten das Angebot zum verlängerten Verkauf von Lebensmitteln für Detailhandel und Hofläden (MHD+). Erster Schritt ist eine digitale Toolbox mit Merkblättern, Videos und weiterem Infomaterial, welches den Läden hilft, den verlängerten Verkauf sicher und rechtskonform umzusetzen.
Das Angebot zum verlängerten Verkauf nimmt richtig Fahrt auf und wird nun vom Bund, zahlreichen Kantonen, Stiftungen und Verbänden unterstützt. Neben dem digitalen Material bieten wir nun auch Etiketten für Läden an, mit denen Produkte mit verlängerter Haltbarkeit korrekt markiert werden können.
Mit foodwaste.ch TV schaffen wir ein Gefäss, das aus informativen und unterhaltsamen Videos besteht. Wir produzieren erste Videos, wie Null-Resten-Küche-Tipps, eine Strassenumfrage und ein Porträt eines Ladens, der Lebensmittel mit verlängerter Haltbarkeit verkauft.
Gemeinsam mit United Against Waste planen wir, im Jahr darauf erstmals eine Nationale Woche gegen Food Waste durchzuführen. Wir führen viele Gespräche mit verschiedenen Akteur:innen wie Behörden, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen, erklären das Konzept und wecken Begeisterung für die Idee. Die Pilotwoche findet im September 2026 statt.
Ausgehend von den Projekten «Foodsaving mit Schulklassen» und «Null-Resten-Küche» entwickeln wir mit «foodwaste.ch macht Schule» ein neues Angebot für Lehrpersonen der Primar- und Sekundarstufe. Dieses beinhaltet zum einen Weiterbildungen, um das Food Waste im Unterricht zu thematisieren, zum anderen fixfertige Unterrichtsvorschläge, die Schüler:innen anregen sollen, Food Waste im Alltag zu vermeiden.























