Zahlen und Fakten zu Food Waste
Springe zu:
1. Was ist Food Waste?Definition und Menge
Viele Lebensmittel gehen auf dem Weg vom Feld bis zum Teller verloren oder werden weggeworfen, statt dass sie konsumiert werden. Das ist Food Waste. Sowohl weltweit als auch in der Schweiz wird so ein Drittel aller Lebensmittel verschwendet.
Food Waste bezeichnet Lebensmittel, die für den menschlichen Konsum produziert wurden, aber auf dem Weg vom Feld bis zum Teller verloren gehen oder weggeworfen werden.
Food Waste entsteht auf allen Stufen der Lebensmittelkette:
- Landwirtschaft: z.B. aussortierte, unförmige Früchte
- Verarbeitung: z.B. ungenutzte Nebenprodukte wie Kleie
- Grosshandel: z.B. verdorbene und beschädigte Waren aus Lager, Sortierung und Transport
- Detailhandel: z.B. abgelaufene Produkte
- Gastronomie: z.B. zu grosse Portionen und Buffetüberschüsse
- Haushalt: z.B. Essensreste, der letzte Schluck in der Flasche
Nicht essbare Teile von Lebensmitteln sind kein Food Waste – also z.B. Knochen, Gräten, Bananenschalen, Kaffeesatz und Eierschalen.
Vermeidbare Lebensmittelabfälle umfassen alle Lebensmittel und Lebensmittelteile, welche essbar und gesundheitlich einwandfrei sind oder einmal waren, aber wegen Verderb, Verfall, Qualitätsmängeln oder individuellen Präferenzennicht von Menschen verzehrt werden. Dazu gehören auch Lebensmittel, die verfüttert werden. Futtermittel, welche von Anfang an zu Futterzwecken angebaut wurden, zählen nicht zu Food Waste.
Unvermeidbare Lebensmittelabfälle umfassen alle nicht essbaren Teile von Lebensmitteln wie Rüstabfälle, Knochen und Käserinden sowie Abfälle, welche bei bestem Wissen und Gewissen nicht vermeidbar sind. Dazu gehören z.B. Kartoffeln, welche trotz korrekter Lagerbedingungen von einem Krankheitserreger befallen werden.
Die Zahlen zu Food Waste beinhalten meist nur die vermeidbaren Verluste. Ungeniessbare Teile wie Rüstabfälle, Knochen oder Kaffeesatz sind in den Zahlen üblicherweise nicht enthalten. Wenn man eine Karotte schält, obwohl die Schale einwandfrei geniessbar ist, handelt es sich jedoch um Food Waste.
Gemäss den verwendeten Quellen zählen Nebenprodukte und Überschüsse, die als Tierfutter genutzt werden, zu den Lebensmittelverlusten. In diesen Infografiken ordnen wir diese vereinfachend dem Begriff Food Waste zu (der Begriff Lebensmittelverluste ist breiter gefasst als Food Waste und umfasst Anteile, die als Tierfutter genutzt werden, denn auch bei der Nutzung als Futtermittel geht in der Regel ein Teil der Ressourcen verloren).
Quellen: Monitoring der Lebensmittelverluste in der Schweiz: Zwischenstandsbericht 2025. ZHAW/BAFU, 2025.
© foodwaste.ch 2026
Ein Drittel aller Lebensmittel geht über die ganze Lebensmittelkette verloren. Das entspricht 2.8 Mio. Tonnen oder der Menge einer Erdumrundung mit 110 l Abfallsäcken gefüllt mit Food Waste.
Sowohl weltweit als auch in der Schweiz geht über die ganze Lebensmittelkette etwa ein Drittel aller Lebensmittel verloren oder wird weggeworfen. Während in reicheren Ländern ein Grossteil von Endkonsument:innen weggeworfen wird, landet in ärmeren Ländern in den Haushalten sehr wenig im Abfall. In diesen Regionen der Welt sind dafür die Verluste bei der Ernte, in der Lagerung und der Verarbeitung höher, da effiziente Technologien und das nötige Know-How weniger verbreitet sind.
Berechnungsannahmen: gemischter Food Waste ≈ 0.5 kg/l, also 55 kg pro 110-l-Sack; ca. 0.8 m Länge pro Sack. Ergebnis: rund 51 Mio. Säcke bzw. 41’000 km — etwa 1 Erdumrundung. Hinweis zur Menge: Die Pro-Kopf-Verluste sind seit 2019 leicht gesunken (von 330 kg auf 310 kg pro Person/Jahr). Die Gesamtmenge blieb aber etwa stabil, weil die Bevölkerung auf 9 Mio. Einwohner:innen angestiegen ist.
Quellen: Monitoring der Lebensmittelverluste in der Schweiz: Zwischenstandsbericht 2025. ZHAW/BAFU, 2025.
© foodwaste.ch 2026
Menge, Umweltbelastung und Klimaeffekte verteilen sich nicht gleich auf die Lebensmittelkette. Denn je später Lebensmittel verloren gehen, desto mehr Ressourcen wurden bereits für Anbau, Verarbeitung, Transport und Kühlung eingesetzt (mehr dazu unter 3. Food Waste in den Haushalten).
Auch Verluste von Lebensmitteln, die im Ausland für die Schweiz produziert und aussortiert wurden, sind in den Zahlen enthalten. Unsere Erwartungen an Aussehen, Grösse und Qualität beeinflussen mit, was den Weg bis ins Regal schafft.
In der Gastronomie entstehen 7 %, in den Haushalten 26 % der Lebensmittelverluste.
In den Haushalten entsteht Food Waste zum Beispiel, weil
- wir mehr kaufen, als wir benötigen.
- wir Lebensmittel im Kühlschrank vergessen.
- wir Lebensmittel nicht korrekt lagern und sich so die Haltbarkeit verringert.
- wir das Mindesthaltbarkeitsdatum falsch interpretieren und Produkte nicht mit unseren Sinnen beurteilen.
- wir mehr kochen, als wir essen und Resten nicht verwerten.
In der Verarbeitung entstehen 37 %, im Gross- und Detailhandel entstehen 10 % der Lebensmittelverluste.
In der Verarbeitung entsteht Food Waste zum Beispiel, weil
- Nicht alle Nebenprodukte verwendet werden (zum Beispiel Molke, Okara bei der Tofuherstellung, Teigreste oder Innereien).
Im Grosshandel entsteht Food Waste zum Beispiel, weil
- Produkte beim Transport beschädigt werden.
- Produkte nicht korrekt gelagert werden.
Im Detailhandel entsteht Food Waste zum Beispiel, weil
- weil Produkte kurz vor dem Haltbarkeitsdatum aussortiert werden.
- frische Lebensmittel in den Regalen liegenbleiben.
In der Landwirtschaft entstehen 20 % aller Lebensmittelverluste. Zum Beispiel, weil
- die Ernte aus technischen Gründen nie voll eingefahren werden kann.
- nicht normgerechte Produkte aussortiert werden müssen (missförmige Karotten, zu grosse Zucchetti oder zu kleine Kartoffeln).
Der Begriff Lebensmittelverluste ist breiter gefasst als Food Waste und umfasst Anteile, die als Tierfutter genutzt werden, denn auch bei der Nutzung als Futtermittel geht in der Regel ein Teil der Ressourcen verloren.
UBP = Umweltbelastungspunkte gemäss Methode der ökologischen Knappheit 2013 (Frischknecht et al., 2013)
Tonnen CO2-eq = Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente, Mass für den Klimaeffekt (IPCC, 2013).
Quellen: Monitoring der Lebensmittelverluste in der Schweiz: Zwischenstandsbericht 2025. ZHAW/BAFU, 2025.
© foodwaste.ch 2026
Infografik als PDF herunterladen
2. Die Umweltbelastung durch Food WasteWie Food Waste die Umwelt belastet
Unsere Ernährung beeinflusst die Umwelt stark – noch stärker als die Art und Weise wie wir wohnen (Gebäude) und uns fortbewegen (Mobilität). Umso schlimmer ist es, wenn Ressourcen verbraucht werden, um Lebensmittel herzustellen, die nicht konsumiert werden. Der Vermeidung von Food Waste kommt darum eine zentrale Rolle zu.
In jedem Lebensmittel stecken Ressourcen. Je aufwendiger Anbau, Haltung, Verarbeitung, Lagerung und Transport sind, desto stärker belastet ein weggeworfenes Kilogramm die Umwelt.
Die Umweltbelastung wird in Umweltbelastungspunkten gemessen (UBP). Umweltbelastungspunkte (UBP) sind ein Mass für die Gesamtumweltbelastung. Diese berücksichtigen die Emissionen von 26 Schadstoffen (z.B. CO2, Pflanzenschutzmittel), den Verbrauch von 8 Ressourcen (z.B. Land, Wasser) sowie den Anfall von Sonderabfällen.
Quellen: Monitoring der Lebensmittelverluste in der Schweiz: Zwischenstandsbericht 2025. ZHAW/BAFU, 2025.
© foodwaste.ch 2026
Vom Feld bis zum Teller wächst der Rucksack an Ressourcen und Emissionen, etwa durch Transport, Verarbeitung und Zubereitung. Deshalb belastet Food Waste zu Hause und im Restaurant die Umwelt besonders stark.
Der gesamte Food Waste auf allen Stufen der Lebensmittelkette wiegt 10 Billionen UBP. Die Kreise zeigen, welcher Anteil davon auf Lebensmittel entfällt, die auf der jeweiligen Stufe weggeworfen werden.
Umweltbelastungspunkte (UBP) sind ein Mass für die Gesamtumweltbelastung. Sie berücksichtigen die Emissionen von 26 Schadstoffen (z.B. CO2, Pflanzenschutzmittel), den Verbrauch von 8 Ressourcen (z.B. Land, Wasser) sowie den Anfall von Sonderabfällen. Lebensmittelverluste, die als Tierfutter genutzt werden, sind in dieser Grafik ebenfalls inbegriffen.
Quellen: Monitoring der Lebensmittelverluste in der Schweiz: Zwischenstandsbericht 2025. ZHAW/BAFU, 2025.
© foodwaste.ch 2026
Infografik als PDF herunterladen
3. Food Waste in den HaushaltenDie Rolle der Konsument:innen
9 Millionen Menschen in der Schweiz können etwas verändern – umso mehr, weil der grösste Anteil der Umweltbelastung durch Food Waste in den Haushalten anfällt. Wir Konsument:innen können also durch unser Verhalten viel bewirken!
In der Schweiz wirft jede Person im Haushalt durchschnittlich rund 80 kg essbare Lebensmittel pro Jahr weg.
Rund 3/4 dieser entsorgten Lebensmittel werden im Kehricht verbrannt oder landen im Abwasser. Der Rest landet in der Biotonne, wird kompostiert oder an Haustiere verfüttert. Zwar gehen so die Nährstoffe nicht ganz verloren. Die Ressourcen, die in die Produktion der Lebensmittel flossen, werden trotzdem verschwendet.
Wie du in deinem Haushalt dazu beitragen kannst, dass keine Lebensmittel verschwendet werden, zeigen wir dir auf unserer 5-Schritte-Seite. Fünf Massnahmen, die du ergreifen kannst, damit bei dir nichts schlecht wird oder vergessen geht.
Wir Konsument:innen – also 9 Millionen Menschen – können viel verändern, wenn wir
- saisonal und regional einkaufen.
- auch unförmigem Obst und Gemüse eine Chance geben.
- Brot und Backwaren vom Vortag kaufen.
- auch weniger edle Fleischstücke kaufen.
- im Restaurant kleinere Portionen bestellen und Resten einpacken lassen.
- beim Bauernhof in der Region nachfragen, ob wir aussortiertes Obst und Gemüse für den privaten Gebrauch oder für ein Projekt gegen Food Waste beziehen können.
- aktiv den Dialog zu den Produzent:innen suchen und uns für eine Veränderung stark machen.
Quellen: Monitoring der Lebensmittelverluste in der Schweiz: Zwischenstandsbericht 2025. ZHAW/BAFU, 2025.
© foodwaste.ch 2026
Pro Kopf werfen wir in der Schweiz jährlich 80 kg Lebensmittel im Wert von rund 600 Franken weg – Lebensmittel, die wir zwar gekauft, aber nicht gegessen haben.
Mit dem Geld für die Lebensmittel, die wir wegwerfen, könnten wir uns jede Woche Lebensmittel für einen ganzen Tag leisten.
Berechnung:
Ein Schweizer Haushalt gibt durchschnittlich 636 Franken pro Monat für Lebensmittel aus, das sind bei 2.07 Personen pro Haushalt rund 10 Franken pro Tag und Person. Die weggeworfenen Lebensmittel im Wert von rund 600 Franken pro Jahr und Person entsprechen etwa CHF 11.50 pro Woche – also ungefähr gleich viel wie die täglichen Lebensmittelausgaben pro Person.
Quellen:
- Monitoring der Lebensmittelverluste in der Schweiz: Zwischenstandsbericht 2025. ZHAW/BAFU, 2025.
- Haushaltsbudget der Privathaushalte in der Schweiz 2023. BFS 2025.
© foodwaste.ch 2026
Nicht jedes Kilogramm Food Waste belastet die Umwelt gleich stark: Während Gemüse, Früchte, Milchprodukte, Brot und Backwaren zu Hause mengenmässig am häufigsten weggeworfen werden, verursachen Fleisch und Fisch die höchste Umweltbelastung.
Insgesamt verursacht Food Waste im Haushalt 3.5 Billionen UBP.
Umweltbelastungspunkte (UBP) sind ein Mass für die Gesamtumweltbelastung. Sie berücksichtigen die Emissionen von 26 Schadstoffen (z.B. CO2, Pflanzenschutzmittel), den Verbrauch von 8 Ressourcen (z.B. Land, Wasser) sowie den Anfall von Sonderabfällen.
Quellen: Monitoring der Lebensmittelverluste in der Schweiz: Zwischenstandsbericht 2025. ZHAW/BAFU, 2025.
© foodwaste.ch 2026
Die Gegenüberstellung von Gewicht und Umweltbelastungspunkten pro Lebensmittelgruppe zeigt: Nicht die Menge allein bestimmt die ökologische Relevanz. Fleisch verursacht bei vergleichsweise geringem Gewichtsanteil die höchste Belastung, während Gemüse und Brot trotz mehrfach grösserer Mengen erst auf Platz 2 und 3 landen.
Fleisch, Gemüse, Früchte, Brot und Milchprodukte machen rund 80% der weggeworfenen Lebensmittelmenge in Haushalten aus – und etwa drei Viertel der Umweltbelastung. Wer diese Lebensmittel gut geplant einkauft, richtig aufbewahrt und verwertet, erreicht besonders viel.
Umweltbelastungspunkte (UBP) sind ein Mass für die Gesamtumweltbelastung. Sie berücksichtigen die Emissionen von 26 Schadstoffen (z.B. CO2, Pflanzenschutzmittel), den Verbrauch von 8 Ressourcen (z.B. Land, Wasser) sowie den Anfall von Sonderabfällen.
Quellen: Monitoring der Lebensmittelverluste in der Schweiz: Zwischenstandsbericht 2025. ZHAW/BAFU, 2025.
© foodwaste.ch 2026
Infografik als PDF herunterladen











